Herbstkonzert 2026
HERBST
Sinfonisches Blasorchester Bern
Leitung: Rolf Schumacher
Samstag, 12. September 2025
19.30 Uhr
Ref. Kirche Bern-Bethlehem
Programmheft (folgt)
Impressionen (folgen)
Schlussdokumentation (folgt)
«Herbst» – Die dritte Jahreszeit wird in Poesie und Musik vielfach thematisiert. Der Herbst ist Phase des Übergangs, der Vergänglichkeit, des Loslassens, aber auch der Reifung – er ist somit der Kreuzpunkt von melancholischer Rückschau und hoffnungsvoller Zuversicht.
Auch die jüngste Komposition des renommierten Schweizer Komponisten Oliver Waespi befasst sich mit diesem Abschnitt des Jahresverlaufs. Entstanden ist das Werk für Saxophon und Blasorchester im Auftrag des aufstrebenden Schweizer Saxophonisten Simon Fluri, der es gemeinsam mit dem Sinfonischen Blasorchester Bern uraufführen wird.
Die Uraufführung ist eingebettet in ein sorgfältig kuratiertes Konzertprogramm. Ausgangspunkt für die Programmation sind Herbstgedichte von Rainer Maria Rilke (1875–1926), dessen Todestag sich in diesem Jahr zu 100sten Mal jährt. So befasst sich Warren Benson in «The Leaves Are Falling» mit dem Gedicht «Herbst» aus dem Buch der Lieder – und auch Oliver Waespi liess sich für sein Werk von Gedichtfragmenten Rilkes inspirieren.
Das Concerto für Saxophon und Blasorchester von Oliver Waespi wird von Simon Fluri und weiteren Blasorchestern im In- und Ausland aufgeführt. Die Entstehung und Aufführung des Werks wird unter anderem von Pro Helvetia und der Fondation SUISA unterstützt.
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Warren Benson (1924 – 2005)
The Leaves Are Falling
(Inspiriert vom Gedicht «Herbst» aus dem Buch der Lieder von Rainer Maria Rilke (1875–1926))Oliver Waespi (*1971)
Concerto für Saxofon und Blasorchester
Uraufführung
Solist: Simon FluriEric Whitacre (*1970)
OctoberEdward Gregson (*1940)
The Kings Go Forth
(for symphonic wind band, solo soprano, male voices,
solo violin, synthesizer keyboard, timps. (2), perc. (5))
I The Church
II The People
III The State
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Der Schweizer Saxophonist Simon Fluri tritt regelmässig als Solist, mit seinem Duo Kaamos und im Lamineur-Quartett auf. Er konzertierte unter anderem im KKL, in der Tonhalle Zürich und im Casino Bern sowie an diversen Festivals im In- und Ausland. Bei seiner solistischen Tätigkeit sind Stationen bei Musikkollegium Winterthur, dem Alpenclassica Euregio Symphonieorchester oder dem Ensemble Contemporáneo in Gran Canaria wichtige Wegmarken. Zudem wurden Konzerte bereits vom SRF ausgestrahlt.
Gleich zweimal wurde Simon Fluri mit dem Studienpreis von Migros-Kulturprozent ausgezeichnet. Weitere Preise holte er unter anderem am Alpenclassica Festival, bei der Yamaha Europe Music Foundation oder dem Cibulka Wettbewerb. Er gewann ausserdem zweimal den Schweizer Jugendmusikwettbewerb und ist Preisträger des Hans-Schaeuble-Awards. Des Weiteren gehört er zum Kreis der Henri-Selmer-Paris-Künstler.
Simon Fluri wurde 1999 in Kanada geboren. Seine Begeisterung für das Saxophon entflammte im Unterricht bei Christian Roellinger. Bereits 2018 absolvierte er den Bachelor und 2020 den Master of Pedagogy mit Auszeichnung an der Hochschule der Künste Bern. Den Master of Specialized Music Performance mit der Vertiefung Solist erwarb er 2023 an der Zürcher Hochschule der Künste bei Lars Mlekusch. Wichtige Impulse erhielt er zudem an der Sibelius Academy in Helsinki von Joonatan Rautiola.
Neben der solistischen Tätigkeit gibt Simon Fluri mit Begeisterung sein Können an junge Menschen weiter.
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Oliver Waespi, geboren 1971 in Zürich, studierte Komposition sowie in Nebenfächern Orchesterleitung und Filmmusik an der Hochschule für Musik und Theater Zürich und ergänzte seine Studien an der Royal Academy of Music in London sowie an Meister–kursen. Dabei erhielt er wichtige Impulse unter anderem von Simon Bainbridge, André Bellmont, Gerald Bennett, Sylvia Caduff, Peter Maxwell Davies, Andreas Nick und Alfred Reed. Seine Musik wird durch Sinfonieorchester, Kammerensembles, Solisten, Chöre und zahlreiche sinfonische Blasorchester und Brass Bands in aller Welt aufgeführt. So waren Werke von Oliver Waespi unter anderem am George Enescu Festival, am Gstaad Menuhin Festival, in der Hear-and-Now-Konzertreihe der BBC, an Eidgenössischen Musikfesten, WASBE-Weltkonferenzen, Europäischen Brass Band-Festivals zu hören. Daneben leitet er regelmässig Workshops, ist als Juror tätig und unterrichtet an der Hochschule der Künste Bern.
Oliver Waespi verfolgt vielseitige musikalische Interessen. Dabei entstehen auch Bezüge zu anderen Kunstformen. So können Werke wie «Volatile Gravity» für Jojo Mayer und die Basel Sinfonietta, «Viaduct» für das BBC Philharmonic Orchestra oder «Hypercube» für die Paris Brass Band als musikalische Ausdeutungen urbaner Landschaften und Architekturen gehört werden. Ein Projekt für das Ensemble TaG führte zur Verbindung von Musik mit zeitgenössischem Tanz. Verschiedene Stücke weisen Bezüge zur Lyrik auf, beispielsweise «Flut» für die BBC Singers oder «Ad Astra» für das Nouvel Ensemble Contemporain. In einigen Werken setzt er sich mit Volksmusik und alter Musik auseinander. Mehrere Solokonzerte Gitarre und Flöte, Harfe und Klavier, Waldhorn, Posaune u.a. ergänzen sein Schaffen.
Die Musik von Oliver Waespi wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. Dazu gehören das LondonStipendium 2005/2006 der Zuger Kulturstiftung Landis&Gyr, ein Preis beim Uuno Klami-Kompositionswettbewerb 2009 in Finnland, Werkbeiträge der Schweizerischen Kulturstiftung Pro Helvetia oder der Niederländischen Eduard van Beinum-Stiftung, der Kompositionspreis 2011 des Eidgenössischen Orchesterverbandes, der NBA Revelli Award 2013 in den USA, oder der Stephan Jaeggi-Preis 2014.
Gelebte Nachwuchsförderung, Teilhabe und Partizipation für alle, Tradition seit 1979 und begeisternde Musikalität – Sie machen es möglich. Herzlichen Dank.